Hanau. Die Konferenz der Botschafterschulen des Europäischen Parlaments fand nun in der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) statt. Insgesamt waren 24 Schulen mit 155 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in Hanau vertreten. Das Programm „Botschafterschule für das Europäische Parlament“ hat zum Ziel, das Bewusstsein der Schülerinnen und Schüler für die parlamentarische Demokratie in Europa, die Rolle des Parlaments und die europäischen Werte zu schärfen. Es soll sie zudem ermutigen, sich aktiv an den demokratischen Prozessen in der EU zu beteiligen. Dabei ernennen die Schulen, die für das Programm ausgewählt werden, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler zum Senior- beziehungsweise Junior-Botschafterinnen und -Botschaftern. Die Seniorbotschafter für die KRS sind Yanick Neubert und Christine Zander. Sie sind für die Umsetzung des Programms verantwortlich. Die Lehrkräfte sind weiter für den pädagogischen Aspekt zuständig. Sie halten Unterrichtsstunden zur parlamentarischen Demokratie in Europa ab. Am Ende jedes Schuljahres werden die Aktivitäten der beteiligten Schulen bewertet. Wenn die Schulen das Programm erfolgreich abgeschlossen haben, werden sie als EU-Botschafterschulen zertifiziert.
In einer Online-Sitzung konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Europaabgeordneten Tiemo Wölken austauschen. Der SPD-Politiker Wölken sitzt seit 2016 im Europaparlament. Die Schülerinnen und Schüler stellten dem Abgeordneten Fragen zu den geplanten Maßnahmen gegen den Klimawandel oder der Lobby-Arbeit in der EU. Auch Beteiligungsmöglichkeiten junger Menschen an der EU-Arbeit oder der Fortgang der Atomkraft in Europa waren Gegenstand der Diskussionen mit Wölken.
„Mir persönlich hat der Austausch während des Europa-Cafés besonders gut gefallen, da jede Schule ganz verschiedene Ansätze hatte, um „Europa“ in ihrem Schulalltag zu integrieren. Mehrere Schulen haben interaktive Projekte vorgestellt, man konnte Spiele spielen und Rätsel lösen. Ich kam während des Cafés mit vielen Schülerinnen und Schülern und auch Lehrkräften ins Gespräch, die Nachfragen zum Beispiel zum Projekt der KRS-Botschafter-AG hatten und habe selbst viel über Möglichkeiten, die die Botschafterschulen bieten, erfahren,“ lobt die KRS-Schülerin Jonna Vollhardt den konstruktiven Austausch. Besonders beeindruckt war der KRS-Schüler über den offenen Einblick in den Werdegang zum EU-Politiker. „Wölkens außergewöhnliche Onlinepräsenz als Twitch-Livestreamer, die er sich mit dem Social-Media Star Montana Black teilt, der laut ihm ebenfalls aus Buxtehude kommt.“
Es war aber auch Zeit für kritisches Hinterfragen. So etwa die EU-Lobbyarbeit am Beispiel von „TikTok“, „META“ und „MAN“. Für die Schülerinnen und Schüler hat aber auch das Thema „künstliche Intelligenz“ derzeit einen hohen Stellenwert. Hier hätten sich die Diskussionsteilnehmer mehr Raum und Zeit gewünscht. Auch das für manche zu kurze Zeitfenster der Veranstaltung stieß auf Kritik: „Beim nächsten Mal würde ich mir noch mehr Austausch mit allen Schülern wünschen, denn man konnte nur mit einem Teil der Anwesenden reden, weil wir zu wenig Zeit hatten,“ moniert der Schüler Philip Kieferle. Insgesamt aber wurde die Veranstaltung überwiegend sehr positiv bewertet. „“Mir hat die Zusammenarbeit und der gemeinsame Austausch gut gefallen, um andere Perspektiven auf Themen zu bekommen. Ich habe einiges über Verteilung von Geldern
in der EU und generelle Themen, die in der Politik existieren, gelernt,“ fasst Philip die EU-Tage an der KRS zusammen.
BU: 155 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 24 Schulen trafen sich nun in der EU-Botschafter-Schule KRS, um an zwei Tagen über aktuelle Themen zur Arbeit des Europäischen Parlamentes zu erörtern und diskutieren. Foto: KRS
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