Karl-Rehbein-Schule

Gymnasium der Stadt Hanau

Zweimal Silber, zwei starke Auftritte: KRS überzeugt beim Bundesfinale in Berlin

Bild Hockey Bundestag: von links nach rechts hintere Reihe: Marcel Nold, Pauline Schmitz, Milla Fetz, Emilia Heller, Finn Müller, Julius Krusemark-Camin, Gabriel Kovacevic, Leopold Krusemark-Camin, Benjamin Matheus, Mark Molitor, Greta Lach, Liv Spriesterbach, Jülide Schmidt, Leonard Straub, Harry Koch. Vordere Reihe von links nach rechts: Lina Calandra, Alexandra Schulz, Linus Praechter, Phil Dey, Louisa Zedel.

Rehbein-Schule mit vier Mannschaften beim Herbstfinale von „Jugend trainiert für Olympia“ – Ruderinnen und Hockeymädchen holen das Silberne Bärchen

Die Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) hat beim Herbstfinale von „Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ in Berlin erneut eindrucksvoll auf sich aufmerksam gemacht. Als Partnerschule des Leistungssports war die KRS mit gleich vier Mannschaften in zwei Sportarten vertreten: den U18-Ruderinnen, den U15-Ruderjungen sowie den U16-Hockeymädchen und U16-Hockeyjungen.

Am Ende durfte die Rehbein-Schule gleich zweimal jubeln: Sowohl die U18-Ruderinnen als auch die U16-Hockeymädchen wurden Vize-Bundessieger und erhielten das „Silberne Bärchen“. Die U16-Hockeyjungen belegten Platz sieben, die U15-Ruderjungen kamen auf Rang elf. Damit knüpfte die KRS an die Erfolge des Vorjahres an, als die Ruderinnen den Bundessieg und damit das „Goldene Bärchen“ nach Hanau holen konnten.

Das Bundesfinale in Berlin

„Jugend trainiert für Olympia & Paralympics“ ist der größte Schulsportwettbewerb der Welt. Jährlich nehmen Hunderttausende Schülerinnen und Schüler an den Wettbewerben teil. Über Regional- und Landesentscheide qualifizieren sich die besten Schulmannschaften für die Bundesfinals in Berlin. Dabei geht es neben sportlichen Leistungen auch um Teamgeist, Fairness und das gemeinsame Erlebnis.

Das Herbstfinale 2026 fand vom 15. bis 19. September in Berlin statt. In zahlreichen olympischen und paralympischen Sportarten traten die besten Schulmannschaften der Bundesländer gegeneinander an. Für die KRS war die Teilnahme mit gleich vier Mannschaften bereits ein besonderer Erfolg – und am Ende durften zwei Teams sogar um den Bundessieg kämpfen.

Ruderinnen verteidigen Silber

Für die U18-Ruderinnen um Trainer Robby Gerhardt waren die Voraussetzungen im Vorfeld alles andere als ideal. Zahlreiche krankheitsbedingte Ausfälle erschwerten die Vorbereitung, sodass die endgültigen Mannschaftsbesetzungen erst spät gemeinsam trainieren konnten. Besonders der Achter hatte nur wenige Möglichkeiten, sich in der finalen Besetzung auf die Renndistanz einzustellen.

Im Gig-Doppelvierer zeigten die Hanauerinnen dann von Beginn an eine starke Leistung. Bereits im Vorlauf setzten sie sich gegen die Konkurrenz aus Halle und Mainz durch und gewannen auch das Finale souverän. Mit einem starken Start erarbeiteten sich die KRS-Ruderinnen früh einen Vorsprung, den sie mit sauberem Rhythmus und kraftvollen Schlägen kontinuierlich ausbauten.

Im Renn-Doppelvierer lief es dagegen zunächst weniger gut. Nach einem schwächeren Vorlauf blieb nur der Einzug in das B-Finale. Dort zeigte die Mannschaft eine deutliche

Leistungssteigerung und konnte sich rehabilitieren. In der Gesamtwertung dieses Bootes stand am Ende Platz elf.

Entscheidend für die Gesamtwertung war der Achter. In dieser Bootsklasse waren überhaupt nur vier Schulen am Start: Halle, Mainz, Hanau und Ratzeburg. Nach dem Sieg im Gig-Doppelvierer hatten die Hanauerinnen mit einem weiteren Erfolg noch die Möglichkeit, den Bundessieg zu holen.

Der Start in den Achter verlief allerdings nicht wie erhofft. Halle setzte sich früh ab, und bei den Hanauerinnen machte sich bemerkbar, dass aufgrund der schwierigen Vorbereitung nur wenige gemeinsame Trainingskilometer in dieser Besetzung absolviert werden konnten. Dennoch kämpfte sich das KRS-Boot zurück und lieferte sich ein enges Rennen mit Mainz und Ratzeburg um die weiteren Medaillenplätze. Im Ziel lagen die Hanauerinnen schließlich rund zwei Sekunden vor Mainz und sechs Sekunden vor Ratzeburg.

Damit stand fest: Die KRS-Ruderinnen wurden erneut Vize-Bundessieger und durften das „Silberne Bärchen“ mit nach Hanau nehmen.

„Natürlich waren die Mädchen im ersten Moment enttäuscht, weil sie ihren Titel verteidigen wollten. Wenn man aber die Vorbereitung betrachtet, können sie mit dieser Leistung sehr zufrieden sein“, bilanziert Trainer Robby Gerhardt. Vor allem der Achter habe kaum gemeinsam trainieren können. Umso stärker sei es, dass die Mannschaft den zweiten Platz vor Mainz verteidigen konnte. Auch Ersatzfrau Salome Richters habe ihren Anteil an der Entwicklung des Gig-Doppelvierers gehabt.

U15-Ruderjungen mit starkem Teamgeist

Auch die U15-Ruderjungen gingen mit Trainer Nick Stollenmeyer in Berlin an den Start. Für sie stand neben den Platzierungen vor allem das Sammeln von Erfahrung auf Bundesebene im Mittelpunkt.

Im Renn-Doppelvierer zeigten die Hanauer am Donnerstag zunächst einen mutigen Auftritt. Nach 500 Metern lag das Boot sogar in Führung, konnte diese Position jedoch nicht bis ins Ziel behaupten. Im B-Finale am Freitag zeigte die Mannschaft erneut eine starke Leistung und führte bis etwa 750 Meter. Auf den letzten 150 Metern musste sie sich noch abfangen lassen und belegte in diesem Boot insgesamt Platz neun.

Im Doppelzweier mit Henri Dörner und Simon Firnges lief es am ersten Wettkampftag ebenfalls nicht wie erhofft. Nach rund 300 Metern verlor das Boot aufgrund technischer Probleme den Kontakt zur Konkurrenz. Die Reaktion am zweiten Tag fiel dafür umso stärker aus: Von Beginn an übernahmen die beiden die Führung und bauten diese kontinuierlich aus. In der Gesamtwertung erreichten sie Platz sieben.

Der Gig-Doppelvierer mit Henri Kraus, Damian Braun, Giuseppe Malerba und Nichita Curjos stand vor allem unter dem Zeichen, Erfahrungen zu sammeln. Auch hier gelang am zweiten Wettkampftag eine Steigerung. Das Boot ruderte deutlich konkurrenzfähiger, musste sich den körperlich stärkeren Spitzenmannschaften aber noch geschlagen geben. Mit Platz fünf im B-Finale belegte die Mannschaft insgesamt Rang elf.

Trainer Nick Stollenmeyer hob vor allem den Umgang seiner Mannschaft mit Rückschlägen hervor. Die Jungen hätten sich gegenseitig motiviert und unterstützt und seien trotz schwieriger Rennen mit guter Stimmung und großem Einsatz bei der Sache geblieben. Den Teamgeist und das Motto „Reinhauen“ wolle die Mannschaft nun mit ins kommende Jahr nehmen.

Hockeyjungen kämpfen sich auf Platz sieben

Die U16-Hockeyjungen erwischten einen guten Start in das Bundesfinale. Mit zwei Siegen und nur einer Niederlage gegen den späteren Bundessieger aus Mannheim qualifizierte sich die Mannschaft als Gruppenzweiter für die Zwischenrunde.

Dort warteten allerdings schwere Gegner. Gegen Hamburg unterlag die KRS mit 1:3, gegen Bayern mit 1:5 und gegen Nordrhein-Westfalen mit 0:3. Im Spiel um Platz sieben gegen Bremen geriet die Mannschaft zunächst mit 0:2 in Rückstand. Doch die Hanauer gaben sich nicht geschlagen, kämpften sich zurück und drehten die Partie noch in einen 3:2-Erfolg.

Für die Trainer Marcel Nold und Harry Koch war gerade diese Reaktion eine der wichtigsten Erkenntnisse des Turniers. Das Spiel sei erst vorbei, wenn es tatsächlich vorbei sei. Entscheidend sei gewesen, dass die Mannschaft auch nach dem 0:2 weiter an sich geglaubt und als Team zusammengehalten habe.

Hockeymädchen holen Silber

Für die U16-Hockeymädchen begann das Turnier mit drei Siegen in der Vorrunde. Damit zog die Mannschaft als Gruppensieger in die Zwischenrunde ein.

Dort gelang zunächst ein 3:0 gegen Berlin-Brandenburg. Gegen Baden-Württemberg folgte anschließend eine deutliche 0:5-Niederlage, wobei die KRS bereits früh mit 0:3 zurücklag.

Damit wurde das abschließende Zwischenrundenspiel gegen Hamburg zum Schlüsselspiel. Nur mit mindestens einem Unentschieden war der Einzug ins Halbfinale möglich. Die Hanauerinnen hielten dem Druck stand. Ein gehaltener Siebenmeter erwies sich dabei als entscheidender Moment. Am Ende stand ein 0:0 – genug für den Halbfinaleinzug.

Dort wartete Schleswig-Holstein. Die KRS ging mit 1:0 in Führung, musste jedoch noch den Ausgleich hinnehmen. Die Entscheidung fiel im Siebenmeterschießen. Hier bewiesen die Hanauerinnen Nervenstärke und setzten sich mit 2:1 durch.

Im Finale kam es erneut zum Duell mit Baden-Württemberg. Die KRS hielt die Partie zunächst offen, musste sich am Ende jedoch mit 0:7 geschlagen geben. Trotz der Niederlage stand damit ein herausragender zweiter Platz und das „Silberne Bärchen“ fest.

Die Trainer Marcel Nold und Harry Koch zeigten sich besonders von der Reaktion ihrer Mannschaft auf die Niederlage gegen Baden-Württemberg beeindruckt. Gegen Hamburg habe jede Spielerin für die andere gekämpft. Der gehaltene Siebenmeter, das 0:0 und anschließend der Erfolg im Siebenmeterschießen seien Ausdruck einer starken Teamleistung gewesen. Die Silbermedaille bei einem Bundesfinale sei eine Leistung, auf die die Mädchen stolz sein könnten.

Schulleitung vor Ort: Begeisterung für Einsatz und Teamgeist

Auch die stellvertretende Schulleiterin Christina Wüst ließ es sich nicht nehmen, die KRS-Mannschaften in Berlin persönlich zu unterstützen. Vor Ort konnte sie die Wettkämpfe unmittelbar miterleben und sich ein Bild davon machen, mit welcher Leidenschaft die Schülerinnen und Schüler für ihre Schule und den Sport an den Start gingen.

Besonders beeindruckt zeigte sich Wüst vom großen Engagement der jungen Sportlerinnen und Sportler, aber auch vom Einsatz der betreuenden Lehrerinnen, Lehrer und Trainer. Dabei erlebte sie nicht nur spannende Wettkämpfe, sondern auch, wie selbstverständlich die Schülerinnen und Schüler Verantwortung übernehmen, sich gegenseitig unterstützen und mit Erfolgen ebenso wie mit Rückschlägen umgehen.

„Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Leidenschaft unsere Schülerinnen und Schüler hier antreten. Gleichzeitig erlebt man, wie selbstständig sie geworden sind und wie sehr sie als Mannschaft füreinander einstehen. Auch die enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Trainern und Vereinen ist hier deutlich zu spüren“, zeigte sich Christina Wüst beeindruckt.

Für die stellvertretende Schulleiterin war das Bundesfinale damit weit mehr als eine Ansammlung sportlicher Ergebnisse. Gerade die Erfahrungen abseits des Wettkampfs – gemeinsam reisen, Verantwortung übernehmen, füreinander einstehen und auch schwierige Situationen als Team bewältigen – seien ein wichtiger Bestandteil dessen, was „Jugend trainiert“ für die Schule ausmache.

Erfolgreiche Bilanz für die KRS

Mit zwei Silbernen Bärchen und zwei weiteren Platzierungen im vorderen Mittelfeld kehrt die KRS aus Berlin zurück. Für Volker Lechtenberg, Koordinator des Regionalen Talentzentrums Hanau und verantwortlich für die Koordination der leistungssportlichen Maßnahmen an der KRS, ist vor allem die Breite des Erfolgs bemerkenswert. Lechtenberg war ebenfalls vor Ort und hatte gemeinsam mit seinem KRS-Kollegen Oliver Borchers die Ruderboote nach Berlin gebracht.

„Dass gleich vier Mannschaften aus zwei Sportarten den Sprung nach Berlin geschafft haben und dort auch noch so erfolgreich waren, ist etwas ganz Besonderes“, sagt Lechtenberg. Für ihn fügt sich das Ergebnis in eine lange Reihe erfolgreicher Auftritte der KRS auf Bundesebene ein. Die aktuellen Erfolge seien zugleich ein Beleg dafür, dass die Verbindung von Schule, Leistungssport und gezielter Förderung an der KRS funktioniere.

Die Mannschaften der KRS

U18 Rudern: Maximilian Röthig (Steuermann), Lou Dörner, Nikki McMeeken, Paulina Pfeil, Helena Hünicke, Livia Németh, Vladyslava Khanko, Hannah Reelfs, Johanna Dill. Trainer: Robby Gerhardt

U15 Rudern: Linus Reisinger (Steuermann), Henri Dörner, Simon Firnges, Henri Kraus, Damian Braun, Giuseppe Malerba, Nichita Curjos. Trainer: Nick Stollenmeyer

U16 Hockey Jungen: Gabriel Kovacevic, Mark Molitor, Linus Praechter, Finn Müller, Phil Dey, Benjamin Matheus, Leopold Krusemark-Camin, Julius Krusemark-Camin, Leonard Straub.

U16 Hockey Mädchen: Liv Spriesterbach, Pauline Schmitz, Louisa Zedel, Milla Fetz, Alexandra Schulz, Greta Lach, Lina Calandra, Emilia Heller, Jülide Schmidt.

Trainer Hockey: Marcel Nold, Harry Koch

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