Karl-Rehbein-Schule

Gymnasium der Stadt Hanau

Festakt mit 680 Gästen: „Weltoffen und sozial kompetent“

KRS feiert ihr 175-jähriges Jubiläum mit einem würdevollen Festakt vor 680 geladenen Gästen.

Emotional, weltoffen, fröhlich und würdevoll – so könnte man den Verlauf der akademischen Feier zum 175-jährigen Jubiläum der Hanauer Karl-Rehbein-Schule (KRS) am vergangenen Freitag grob umreißen, wenngleich wirklich nur grob. In über drei Stunden wurden von der Bühne des Congress Park Hanau (CPH) ein Feuerwerk an bewegenden Reden, mitreißenden musikalischen Darbietungen und optischen Genüssen gezündet, das diesem ehrwürdigen Anlass mehr als gerecht wurde. Vor zahlreichen Vertretern des öffentlichen Lebens, angeführt von Deutschlands „First Lady“ – und ehemaliger KRS-Schülerin – Daniela Schadt und Dr. Jürgen Heraeus, Aufsichtsratsvorsitzender des gleichnamigen Hanauer Konzerns und Vorsitzender von UNICEF Deutschland, weiter der KRS-Kollegschaft, Elternvertretern, Partnerschulen aus dem Aus- und Inland bis hin zum KRS-Fünftklässler spiegelte sich im CPH das wieder, was die KRS letztendlich ausmacht: „Hier ist ein besonderer Geist unterwegs“, stellt der hessische Kultusminister Professor Dr. Alexander Lorz  treffend unter großem Beifall fest.

 

„First Lady“ – und ehemaliger KRS-Schülerin – Daniela Schadt.

Von diesem besonderen Geist zeugte schon der Empfang mit Ehrenspalier der KRS-Ruderer, der eigens gestaltete KRS-Bus vor der Tür und natürlich auch die illustre Gästeschar – neben Schadt, Lorz und Heraeus konnte KRS-Chef Jürgen Scheuermann auch weitere zahlreiche hochkarätige Vertreter aus der Politik wie Thomas Mann (MdEP), OB Claus Kaminsky, Ex-Landrat „Charly“  Eyerkaufer, Ex-OB Magret Härtel und die Magistratsmitglieder der Stadt Hanau begrüßen. „Ich habe noch nie erlebt, dass bei vergleichbaren Anlässen derart viele Gäste aus den Partnerschulen im Saal sitzen“, schwärmt Lorz: Den weitesten Anreiseweg hatten wohl die Vertreter aus dem russischen Jaroslawl (Sobinov-Kunstschule) und der Partnerschule aus Lomé (Afrika/Togo) hinter sich gebracht, gefolgt von Vertretern der Partnerschulen aus Barcelona, Vicenza, Dartford, Lyon, Francheville und dem sächsischen Radeberg. Als Vertreter Chinas (Taizhou/High School Sanmen) war eigens der chinesische Konsul Liang Jianquan im Saal zugegen.

Und so kam Jürgen Scheuermann eine gute halbe Stunde lang kaum zum Luft holen, um die Liste der weiteren Ehrengäste „abzuarbeiten“, darunter die Vertreter des staatlichen Schulamtes, der kooperierenden Hanauer Sport-Vereine, der Paul-Hindemith-Musikschule, der Kathinka-Platzhoff-Stiftung, der Elisabeth-Schmitz-Schule, Förderern und Sponsoren wie die Nagel- und die Weiss-Stiftung, Sparkassen-Vorstand Robert Restani, HA-Verleger Thomas Bauer, die KRS-Elternbeiräte, den KRS-Förderverein und die Schulleiter der benachbarten Grund- und weiterführenden Schulen. Letztendlich aber vergaß der KRS-Chef bei all diesem Gästeaufgebot nicht, „seine“ Schüler mitsamt der künftigen Abiturienten ob des persönlichen Einsatzes für den Festakt besonders zu loben: „Euer Engagement ist einer der Schlüssel zum Erfolg der KRS. Eure offene Haltung und Eure soziale Kompetenz sind vorbildlich“, stellte Scheuermann unter großem Applaus fest. Dieser Applaus wurde dann um weitere Phonstärken lauter, als bekannt wurde, dass die KRS erneut die „Abi-Challenge“ der Sparkasse Hanau gewonnen hat. Damit sei die kommende Abifeier gesichert, freute sich Scheuermann.

Schadt: „Bin daheim angekommen“

Der besondere Geist, der durch die gesamte Jubiläums-Veranstaltung schwebte, wurde auch von Daniela Schadt erneut beschworen, stand sie doch selbst vor 37 Jahren als Abiturientin im KRS-Schulchor. „Ich fühle mich wie daheim angekommen“, so Schadt weiter. Sie erinnerte sich daran, dass auch sie in vielen Lehrkräften der KRS Vorbilder für das eigene Leben gefunden habe. Ein großes Vorbild der KRS sei unter anderem aber auch die mutige KRS-Religions-Lehrerin und Widerstandskämpferin gegen die Nazis, Elisabeth Schmitz gewesen, heute als „Gerechte unter den Völkern“ der Gedenkstätte Yad Vashem ausgezeichnet, schlägt Schadt eine Brücke in die Vergangenheit. Und selbst ihr Lebensgefährte, Bundespräsident Joachim Gauck, hätte die Worte des Namensgebers des KRS, der Hanauer Oberbürgermeister Karl Rehbein, der als ehemaliger KZ-Insasse festgestellt hat, dass man die Freiheit auch verteidigen müsse, kaum besser wiedergeben können, stellt Schadt fest. Sie lobte zudem das Streben der KRS-Kollegschaft, die ihnen anvertrauten Schüler zu selbstbewussten Menschen zu formen.

Kaminsky: „Weltoffenheit hat Tradition an der KRS“

Dieses weltoffene Selbstbewusstsein habe sich einmal mehr in der Eröffnungsfeier zum 175-jährigen Jubiläum der KRS auf dem Schlossplatz gezeigt, referiert OB Claus Kaminsky: Ihm laufe es heute noch eiskalt den Rücken hinunter, als dort über 1800 Schüler anlässlich der Anschläge von Paris (Charlie Hebdo) ein unmissverständliches Zeichen für Solidarität unter den Religionen und Glaubensgemeinschaften gezeigt hätten und sich damit auch für die demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft eingesetzt haben, so der Rathauschef in seinem Grußwort. „Diese Weltoffenheit hat in Hanau und an der KRS Tradition“, lobt Kaminsky den Grundtenor an seinem städtischen Gymnasium. Dass Scheuermann dabei immer wieder die großartige Teamarbeit an der KRS hervorhebe, sei bestimmt nicht von der Hand zu weisen, „es muss aber auch jemanden geben, der auf der Brücke steht und sagt, wo’s langgeht. Und sie waren ein Glücksfall für uns und die Schule“,  adelt Kaminsky Scheuermanns bisheriges zehnjähriges Wirken als „Kapitän“ des KRS. „In der KRS gehören vom Weltmeister bis zur Reinigungsfachkraft alle zusammen – das ist auch ihr Verdienst“, ruft der OB seinem Schulleiter zu.


Outet sich das Europaparlamentsmitglied Thomas Mann nicht nur als überzeugter Europäer, sondern auch als großer Fan der KRS, so sieht er in der KRS-Teilnahme am europäischen Bildungsprojekt Comenius-Projekt den europäischen Gedanken eines Zusammenstehens bestens erfüllt. Dieses Zusammenstehen auch innerhalb der Schule offenbart sich für Schulamtsdirektorin Sylvia Ruppel immer wieder beispielhaft aufs Neue im Auftritt der Orchester und Chöre der KRS, zeige sich hier der gelungene pädagogische Spagat und die glückliche Balance der KRS zwischen Fordern und Fördern. Eine gute ausgewogene Balance haben auch die Verantwortlichen der KRS-Fachschaft Musik in der Auswahl des musikalischen Rahmenprogramms bewiesen, das mit „O Fortuna“ von Carl Orff zu Beginn des Festaktes ordentlich auf die Pauke zu hauen, aber mit „Hine mah tov“ auch nachdenkliche, innehaltende Töne anzuschlagen weiß. So richtig festlich wurde es im Saal mit der gemeinschaftlichen Intonation der eigens von Petra Weiß komponierten „KRS-Hymne“, charmant von Tim Schmidt vorgetragen. Rundum lassen KRS-Sinfonieorchester-Chefin Weiß und KRS-Chorleiter Frank Hagelstange nichts anbrennen und führen die KRS-Musiker erneut zu Höchstleitungen an den Instrumenten und Stimmen. Eindrucksvoller akustischer  Beweis dafür, dass die KRS völlig zu Recht den Titel „Schule mit Schwerpunkt Musik“ führt.

Heraeus: „Soziale Kompetenz ist unverzichtbar“

Festredner Jürgen Heraeus erinnerte daran, dass man nicht für die Schule lerne, sondern für sich selbst. Bildung benötige daher einen breiten Kanon, wie ihn die KRS in ihrem Portfolio bereit halte. Für Heraeus steht die soziale Kompetenz der Schüler an erster Stelle und nicht „das Ausfüllen einer Steuererklärung“, womit er von großem Beifall begleitet eine deutliche Breitseite gegen die zurzeit heftig geführte Diskussion abfeuerte, inwiefern Schule ihre Schüler auf das Leben vorbereiten soll. „Das Ausfüllen einer Steuererklärung lernen die jungen Menschen früh genug, soziale Kompetenz aber kann man ihnen an der Schule gar nicht früh genug beibringen“, so der einstige Konzernlenker weiter. Der beste Beweis dafür stehe auf der Bühne, zeigte Heraeus in Richtung KRS-Musiker. „Musiker sind gute Analytiker. Die Schule hat die Aufgabe, die Schüler auf das Leben vorzubereiten, sich artikulieren zu können und sich in die Gesellschaft einbringen zu können“, gibt sich Heraeus überzeugt. Auf der Höhe der Zeit zu sein bedeute nicht, jeden Schnick-Schnack mitzumachen, sondern auch Veränderungen zu berücksichtigen. So sei es unabdingbar, dass man sein Schicksal selbst in die Hand nehmen müsse, „sonst nehmen andere unser Schicksal in die Hand“, ruft Heraeus der Schulgemeinschaft zu.

„Ein Schiff wird kommen“

Den Riemen selbst zur Hand  nehmen dann die KRS-Ruderer, angeführt von Juniorenweltmeister Johannes Lotz, um unter frenetischem Jubel der im Saal Anwesenden den neuen KRS-Achter in das CPH zu tragen, der sogleich von Daniela Schadt getauft wird. Und da ist sie wieder, die gelebte Sozialkompetenz an der KRS: Dass das Schicksal vieler Kinder auf der Welt, die in Armut leben, den KRS-Schülern eben nicht gleich ist, demonstrieren sie denn auch eindrucksvoll, in dem sie Jürgen Heraeus in seiner Funktion als UNICEF-Vorstand einen symbolischen Scheck in Höhe von 1840 Euro überreichen, gespendet von den KRS-Schülern. Eine Summe mit Symbolcharakter: Im Jahr 1840 wurde die KRS eins als Mädchenschule gegründet. Heute ist sie mit über 1800 Schülern das größte Gymnasium Hessens. Eine stolze Leistung.

Der denkwürdige Abend klingt bei Sekt und Häppchen aus, am Ende verlassen die Ehrengäste mit einem Lächeln auf den Lippen des Saal, nicht ohne sich vorher mit der über 200 Seiten starken KRS-Festschrift, gestaltet von Christine Biehler, eingedeckt zu haben. Das gesamte Organisationskomitee jedenfalls hat sich für diesen Abend ob der logistischen Meisterleistung eine Ehrenmedaille verdient. Und gäbe es noch einen Orden für die beste Moderation des Abends, so müsste man den Steinheimer „Börsen-Guru“ Frank Lehmann damit auszeichnen, setzt er so manchen Kontrapunkt zwischen den Ansprachen der Laudatoren-Riege.

Noch einen Orden: Den müsste man Moritz Haack aus der Klasse 5c verleihen. Denn was er geschafft hatte, haben weder Schulamt, KRS-Lehrkräfte noch das Ministerium geschafft: Er hatte die Anfrage von Sylvia Ruppel, ob es in Deutschland noch mehrere Schulen mit einer ähnlich langen Tradition gebe, in Windeseile beantwortet. Diese Schule ist das Markgräfliche Gymnasium in Baden-Württemberg. Tja, die KRS hat doch eine Vielzahl pfiffiger Schüler in ihren Reihen, und wenn sie nicht irgendwann dazu übergegangen wäre, auch Jungs die Türen zu öffnen, wer weiß, ob Sylvia Ruppel jemals eine Antwort auf ihre Frage bekommen hätte. Denn hier schließt sich der Kreis: 175 Jahre im Wandel der Zeit – aber immer auf der Höhe der Zeit.

Festakt-Sprüche

Moderator Frank Lehmann:
„Wir müssen um 22 Uhr fertig sein. Fr. Schadt muss dann daheim bei Ihrem Joachim im Schloss Bellevue sitzen.“
„Bei den Griechen siehst du nix, wo’s Geld hingeht – bei der Rehbein sieht man das, Hr. Mann.“
„Schon wieder irgend so ein Bildungsgipfel – lassen Sie das den Scheuermann machen, da sparen Sie einen Haufen Geld.“
„Die Stammaktie KRS gehört in den DAX – dann ging’s uns allen gut.“
„Die KRS hat alles, was ein modernes Unternehmen braucht: Einen eigenen Bus, ein eigenes Boot, ein eigenes Haus, ein eigenes Orchester, eine eigene Hymne – und was fehlt? Richtig, ein eigener Film! Hier ist der Image-Film.“
„Die sind so perfekt organisiert – sogar an ein Handtuch haben die gedacht, damit bloß kein Wasser auf den teuren CPH-Boden kommt.“

„Herr Lorz, gucken Sie sich mal den Haufen hier an und übertragen sie das Konzept einfach auf das Land Hessen – da sparen sie ne Menge Geld.“

„First Lady“ Daniela Schadt:
„Immer wenn ich die KRS besuche – dann bin ich auch daheim angekommen.“

KRS-Chef Jürgen Scheuermann:
„Der Schlüssel zum Erfolg ist, den Schüler als Individuum wahrzunehmen. Jeder einzelne ist uns wichtig.“

OB Claus Kaminksky:
„Die KRS steht so prächtig dar, wie niemals zuvor in ihrer langjährigen Geschichte.“
„Übrigens – wir feiern heute ein Jubiläum, Happy Birthday, Karl-Rehbein-Schule!“

„Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, muss es einen geben, der die Dinge regelt.“

MdEP-Mitglied Thomas Mann:
„Ich bin ein Rehbein-Fan. In der KRS ist Power drin.“

Professor Dr. Alexander Lorz:
„Zu dieser offenen Haltung kann ich sie nur beglückwünschen.“

Jürgen Heraeus:
„Das Ausfüllen von Steuererklärungen lernen die jungen Menschen noch früh genug.“
„AG (=Arbeitsgemeinschaft) bedeutet: Einer macht die Arbeit, die anderen bilden die Gemeinschaft.“
„Wir müssen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen, sonst nehmen andere unser Schicksal in die Hand.“

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