Hanau. Das Schicksal des einstigen Popstars Amy Winhouse lässt niemanden kalt, schon gleich gar nicht Schülerinnen und Schüler. Auch wenn die britische Sängerin, die etwa mit „Rehab“ und „Valerie“ weltweit große Hits ablieferte, bereits im Jahr 2011 verstorben ist, so ist ihre soulige Stimme nach wie vor in den Radiostationen omnipräsent. Kein Wunder, dass sich Professor Theo Dingermann von der Frankfurter Goethe-Universität für seine Schulvorträge „Wissenschaft im Kontext“ gerne der mit 27 Jahren verstorbenen Sängerin bedient, um mit seiner Ausführung „Amy Winehouse – wenn Alkohol zum (tödlichen) Problem wird“ die Oberstufenschülerinnen und -Schüler mit der Problematik des Suchtverhaltens vertraut zu machen.
So nun auch geschehen am „8. KRS-Wissenschaftstag“, der wie immer seinen Start im Schlossgartensaal der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS) erlebte. In Zusammenarbeit mit dem Projekt „Brückenschlagen – Wissenschaft in die Schulen“ der Goethe-Uni geben Frankfurter Wissenschaftler Einblicke in ihr Arbeitsgebiet und präsentieren den aktuellen Stand der Forschung. Organisiert und thematisch zusammengestellt wird der Wissenschaftstag in Zusammenarbeit mit Professor Dingermann, dem Projektleiter Rainer Gläsel und dem KRS-Pädagogen André F. Leinweber. Ziel des Wissenschaftstages ist die Förderung des naturwissenschaftlichen Interesses an den Schulen.
Amy Winehouse, so Professor Dingermann, ist im Alter von 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung mit über vier Promille im Blut gestorben. Der Alkoholmissbrauch, der die letzten Lebensjahre von Amy Winehouse prägte, war mit psychischen Problemen in Verbindung mit dem Konsum harter Drogen verbunden. Dingermann erläutert die biologisch-chemischen Prozesse im Gehirn eines Menschen, die zu diesem am Ende tödlichen Suchtproblem führen können. „Unser Gehirn hat keine Löschtaste“. Dieser Kernsatz beschreibt das Problem, was übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum mit dem menschlichen Gehirn anstellt. Winehouse eckte mit ihrem ambivalenten Charakter überall nur an, musste die Trennung ihrer Eltern verkraften, musste fünfmal die Schule wechseln und wollte zeitlebens eigentlich nur eines: Die Welt mit ihrer Stimme beglücken. Doch die Angst davor zu versagen und vor allem die fast schon manische Angst, sich auf der Bühne zu präsentieren, trieb sie mehr und mehr in den Alkohol und obendrein noch dem Konsum von harten Drogen.
Dingermann gelingt es so doch sehr anschaulich, den Rehbeinern das bio-chemische Spiel zwischen Synapsen, Neuronen und Dopamin und somit das „chemische Paradigma der Lust“ zu erläutern. „Alkohol beruhigt, er fährt uns runter und sorgt für kurzfristiges Wohlempfinden. Unser Gehirn verbindet das dann mit dem Weinglas, der Flasche – den Reizen, die für das Wohlempfinden verantwortlich sind“, so der Professor. Das Gehirn gewöhnt sich rasch an das daraus resultierende Belohnungssystem und will immer öfter und mehr davon. Der Weg in die Sucht ist damit bereitet, denn das Gehirn wird so dauerhaft umprogrammiert. „Die Sucht ist ein Lernprozess, begleitet mit Reizen von außen“. Somit ist Alkoholismus als eine schwere Erkrankung anzusehen, an der auch Amy Winehouse litt.
Nach dem Vortrag konnten sich die Schülerinnen und Schüler aus fünf weiteren Bereichen der Forschung spannende und informative Vorträge aussuchen, angefangen von der Kriminalbiologie bis hin zur Friedens- und Konfliktforschung. KRS-Schulleiter Stephan Rollmann und Organisator André F Leinweber waren auch in diesem Jahr höchst erfreut, mit den Referenten der Goethe-Universität profunde Vertreter der Wissenschaft in dem Hanauer Traditionsgymnasium begrüßen zu dürfen.
BU: Im Zeichen der Wissenschaft: Jährlich findet in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität Frankfurt der „KRS-Wissenschaftstag“ statt. Schulleiter Stephan Rollmann (links) und der KRS-Pädagoge André F. Leinweber begrüßen dazu Professor Theo Dingermann, der den Einführungsvortrag „Amy Winehouse – Wenn Alkohol zum (tödlichen) Problem wird“ gestaltete. Foto: KRS
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