Die Klassen 10a, 10c, 10d und 10h der Karl-Rehbein-Schule Hanau nahmen an einer zweitägigen Studienfahrt nach Jena und zur Gedenkstätte Buchenwald teil. Die von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung geförderte Studienfahrt könnte künftig als Modell für regelmäßige Gedenkstättenfahrten der Jahrgangsstufe 10 dienen.
Federführend geplant und organisiert wurde die Studienfahrt von der Lehrkraft Maximilian Leutner. Begleitet wurde die Fahrt von den Geschichtslehrerinnen Sabrina Kraus und Carolin Salmon sowie den Politiklehrkräften Jill Unger und Etienne Emmert. Neben der historischen Einordnung stand vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Verantwortung sich aus der Vergangenheit für die Gegenwart und die Zukunft ableiten lässt.
Der erste Tag führte die Schülerinnen und Schüler nach Jena. Dort erhielten sie im Rahmen der Stadtführung „Großstadtgeschicht(en). Jena in der DDR“ Einblicke in die Geschichte und den Alltag der Deutschen Demokratischen Republik. Die Übernachtung vor Ort ermöglichte es, den folgenden Tag vollständig der Gedenkstätte Buchenwald zu widmen.
Im Mittelpunkt der Studienfahrt stand der Besuch des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald. Während eines mehrstündigen Rundgangs erkundeten die Jugendlichen das Gelände, die Dauerausstellung und zentrale Erinnerungsorte. Besonders eindrücklich waren der Appellplatz, die Überreste der Baracken, der Bärenzwinger und die Uhr am Haupttor, die seit der Befreiung des Lagers am 11. April 1945 auf 15:15 Uhr stehen geblieben ist.
Der Bärenzwinger machte vielen Schülerinnen und Schülern deutlich, wie groß der Widerspruch zwischen der bewusst inszenierten Fassade eines scheinbar geordneten Lageralltags und der grausamen Wirklichkeit des Konzentrationslagers war.
Einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterließ die Besichtigung des Krematoriums. An diesem Ort wurde vielen Schülerinnen und Schülern bewusst, dass sich hinter den historischen Zahlen unzählige persönliche Schicksale verbergen. Die Auseinandersetzung mit diesem Teil der Geschichte verdeutlichte zugleich die Bedeutung einer lebendigen Erinnerungskultur und die Verantwortung, die Verbrechen des Nationalsozialismus niemals in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Zeit vor Ort nutzten zahlreiche Schülerinnen und Schüler, um sich mithilfe der digitalen Lernanwendung „Actionbound“ eigenständig und vertiefend mit der Geschichte der Gedenkstätte auseinanderzusetzen. Die Studienfahrt verdeutlichte, dass historisches Lernen weit über den Unterricht hinausgeht und authentische Orte eine besondere Form des Erinnerns und Nachdenkens ermöglichen.
Die Worte der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer, die bis zuletzt unermüdlich für Menschlichkeit, Toleranz und die Bewahrung der Erinnerung eintrat, bringen die Botschaft dieser Studienfahrt auf den Punkt. Zugleich soll dieses Zitat an ihr Vermächtnis erinnern:
„Wir sind alle gleich – es gibt kein christliches, muslimisches, jüdisches Blut. Es gibt nur menschliches Blut. Ihr habt alle dasselbe. (…) Seid doch Menschen!“


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