BU: KRS-Lehrkräfte (v. l. n. r.) Curtis Elpelt, Corinna Walter, Tobias Pisch, Marc Meller und Jonas Bernges mit Jugendoffizier Max Jost (3. v. r.) auf dem Dach des Reichstags
Vom 24. bis 27. August 2026 nahmen fünf PoWi-Lehrkräfte der Karl-Rehbein-Schule an einer viertägigen Bildungsreise nach Berlin teil, die vom Bezirksjugendoffizier Wiesbaden, Hauptmann Jost, organisiert und begleitet wurde. Im Mittelpunkt der Fahrt stand ein hochaktuelles und zugleich beunruhigendes Thema der Außen- und Sicherheitspolitik: die hybride Bedrohungslage, mit der Deutschland und seine Partner zunehmend konfrontiert sind. An authentischen Lernorten und im Gespräch mit hochrangigen Expertinnen und Experten aus Politik, Diplomatie und Bundeswehr gewannen die Lehrkräfte ein vertieftes Verständnis für diese komplexe Herausforderung – Erfahrungen, die künftig unmittelbar in den eigenen Unterricht einfließen sollen.
Auftakt am Reichstag
Nach der Anreise aus Hanau – begleitet von angeregten Diskussionen zu tagesaktuellen sicherheitspolitischen Themen – stand am ersten Nachmittag gleich ein Höhepunkt auf dem Programm: der Besuch des Reichstagsgebäudes mit Besuchertribüne und Kuppel, verbunden mit aufschlussreichen Hintergrundgesprächen zum parlamentarischen Alltag.
Fake News, Friedensmissionen und diplomatische Einblicke
Der zweite Tag führte die Gruppe zunächst zur Bundeszentrale für politische Bildung, wo ein Vortrag von Prof. Dr. Jan Niklas Kocks zum Thema „Fake News und Verschwörungstheorien“ eindrücklich zeigte, wie Desinformation als Instrument hybrider Kriegsführung eingesetzt wird – ein zentraler Baustein für den eigenen Unterricht. Im Anschluss stand ein Besuch beim Zentrum für Internationale Friedenseinsätze (ZIF) an, bei dem es konkret um die Frage ging, wie hybride Bedrohungen internationale Friedensmissionen beeinflussen und erschweren. Den Abend rundete ein besonderes Highlight ab: ein gemeinsames Abendessen mit Hintergrundgesprächen mit dem litauischen Botschafter sowie dem litauischen Verteidigungsattaché, die aus ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zu Russland eindrucksvoll von hybriden Bedrohungen in der Praxis berichteten.
Erinnerungskultur und sicherheitspolitische Tiefe
Am dritten Tag besuchte die Gruppe den Wald der Erinnerung, eine bewegende Gedenkstätte für gefallene und verstorbene Bundeswehrangehörige. Nach dem Mittagessen folgte der thematische Höhepunkt der Reise: ein intensives Hintergrundgespräch mit Oberst Beck, Leiter des Presse- und Informationszentrums des Operativen Führungskommandos, zum Operationsplan Deutschland, zur Rolle Deutschlands als „Drehscheibe der NATO“ sowie zu konkreten möglichen Auswirkungen hybrider Angriffe auf unser Land. Ein gemeinsamer Abschlussabend ließ den ereignisreichen Tag ausklingen.
Abschluss im Bundesministerium der Verteidigung
Zum Abschluss der Reise stand ein Besuch im Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) auf dem Programm, mit einer Führung am Ehrenmal der Bundeswehr und einem informativen Vortrag über die Arbeit des Ministeriums. Ein Besuch der Gedenkstätte Deutscher Widerstand rundete das Programm inhaltlich ab, bevor auf der Rückfahrt nach Hanau die Erlebnisse der Woche reflektiert und mit dem Planspiel „Blackout“ – das die Folgen eines großflächigen, möglicherweise hybrid ausgelösten Stromausfalls simuliert – ein weiterer praxisnaher Baustein für den künftigen Unterricht erprobt wurde.
Fazit:
Die viertägige Reise machte auf eindrückliche Weise deutlich, wie präsent und vielschichtig hybride Bedrohungen in der aktuellen Außen- und Sicherheitspolitik bereits heute sind – von Desinformationskampagnen über Angriffe auf kritische Infrastruktur bis hin zu ihrer Rolle in internationalen Konflikten. Die exklusiven Hintergrundgespräche mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Diplomatie und Bundeswehr – von der Bundeszentrale für politische Bildung über die litauische Botschaft bis hin zum Bundesministerium der Verteidigung – lieferten dafür einzigartige, authentische Einblicke.
Die Karl-Rehbein-Schule dankt Hauptmann Jost und allen beteiligten Institutionen für die hervorragende Organisation und die vielen offenen, informativen Gespräche.




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