Das KRS-Sinfonieorchester unter der Leitung von Jens Weismantel überzeugt auf ganzer Linie mit dem ambitionierten Programm „Klangbilder“. Foto: KRS
Hanau. „Klangbilder“ – so der Titel des jüngst stattgefundenen Sinfoniekonzerts der Karl-Rehbein-Schule Hanau im Congress Park Hanau. Chefdirigent Jens Weismantel fährt auch dementsprechende „Klangbilder“ auf – von der eher bedrückenden Filmmusik „Schindlers Liste“, einfühlsam von Manfred Hubert an der Solovioline interpretiert, bis hin zum prachtvoll-monumentalen „Tor von Kiew“ aus den „Bildern einer Ausstellung“ von Modest Mussorgsky in vollem Orchesterornat. Und als ob die Musik nicht schon von sich aus „Kopfbilder“ erzeugen kann, werden im Hintergrund die entsprechend passenden Bilder zur Musik auf eine große Leinwand projiziert.
Natürlich ist das KRS-Sinfonierorchester nicht nur im Vollgas-Modus zu erleben. So sorgen immer wieder solistische Einlagen aus den Reihen der KRS-Schülerschaft für kurze Verschnaufpausen, so zum Beispiel von Preisträger Lukas Bender am Flügel mit Schumanns „Aufschwung“, op.12, oder Borjan Jovanov, ebenfalls Preisträger von „Jugend musiziert“, mit Ravels „Oiseaux Tristes“. Sogar die eigens angeschaffte Orgel kommt mit Marc-Philipp Hartmann – der nun den Nachwuchspreis des „Kulturpreises des Main-Kinzig-Kreises“ überreicht bekommt – zum Premiereneinsatz mit dem Werk „Chevaliers de Sangreal“. Das Sinfonieorchester begibt sich dazwischen in die Zauberschule Hogwarts, nicht weniger zauberhaft Tschaikowskys „Nussknacker Suite“, mit der tanzenden Zuckerfee und dem Tanz der Rohrflöten.
Der zweite Teil ist dann den „Bildern einer Ausstellung“ gewidmet. Die einzelnen Sätze beschreiben Gemälde und Zeichnungen des zuvor verstorbenen Mussorgsky-Freundes Viktor Hartmann. Der Komponist hatte die Gemälde auf einer Gedächtnisausstellung gesehen. Entstanden ist das Werk auf Anregung eines gemeinsamen Freundes, des Kunstkritikers Wladimir Stassow. Er war auch an der Namensgebung der Stücke beteiligt und ihm wurde der Zyklus gewidmet. Der Reichtum der Klangfarben regte schon früh andere Komponisten an, das Werk auch für Orchester und andere Instrumentalbesetzungen zu bearbeiten. Die bekannteste Bearbeitung ist die von Maurice Ravel, die an diesem Frühabend im CPH auch zu Gehör kam. Natürlich wurden die unterschiedlich instrumentierten Promenaden, also das Gehen von Bild zu Bild, vom Orchester übernommen, während einzelne Bilder auch solistisch oder im kleinen Ensemble dargestellt wurden: Lukas Bender und Borjan Jovanov am Klavier, weiter Marlene Pemsel an der Querflöte, Nickoline von Gossler am Cello und Marc-Philipp Hartmann an der Orgel.
Eine orchestrale Breitseite dann das „Große Tor von Kiew“, Jens Weismantel zieht hier sprichwörtlich alle Register und entfaltet so ein prachtvolles wie zugleich sehr differenziertes Klangbild, das dem gesamten Motto des Konzertes mehr als gerecht wird. Chapeau an alle beteiligten Schülerinnen und Schüler für ein opulentes Konzerterlebnis.
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