Die Freude ist groß: 178 frisch gebackene Abiturientinnen und Abiturienten der Karl-Rehbein-Schule Hanau haben sich in Schale geworfen, um die heiß ersehnten Abschlusszeugnisse in einem feierlichen Rahmen in Empfang zu nehmen. Foto:KRS
„Der Mensch lebt durch den Kopf, Sein Kopf reicht ihm nicht aus. Versuch es nur, von deinem Kopf, lebt höchstens eine Laus. Denn für dieses Leben ist der Mensch nicht schlau genug.
Niemals merkt er eben diesen Lug und Trug.“ So lauten die ersten Textzeilen aus dem „Lied von der Unzulänglichkeit“ von Bertold Brecht in der „Dreigroschenoper“, dargeboten vom Musik-Leistungskurs unter Jens Weismantel während der feierlichen Verabschiedung der 178 Abiturientinnen und Abiturienten der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS). Man lernt eben nie genug, um das Leben zu verstehen, zu meistern, es in die Hand zu bekommen. Die Welt ist zu komplex, sie entwindet sich der Vernunft. Außerdem hat der Mensch ständig Ideen, die nicht auf die wirklichen Verhältnisse passen.
KRS-Schulleiter Stephan Rollmann nimmt diese Worte inhaltlich vorab in seiner Festrede auf: „Wir haben versucht, Sie – bei aller Wissensvermittlung – vor allem zu kritischen und mitfühlenden Menschen zu erziehen. Die Welt hat sich stark verändert, die gewohnte Stabilität ist zerbrechlich geworden. Die Wahrheit zählt nicht mehr, es überwiegen die schrillen, lauten Töne“, konstatiert der Schulleiter. Das erfordere ein beherztes Gegensteuern, denn die demokratische Freiheit müsse verteidigt werden durch aktives Ein- und Mitmischen. Der Schulabschluss, so Rollmann, ist erst der Anfang für einen neuen Lebensabschnitt, dem man mit Humor, Neugier, Zweifel, Mut und Weitsicht begegnen solle.
Auch Hanaus Schuldezernent Dr. Maximilian Bieri fordert die Abiturientinnen und Abiturienten auf, mutig hinaus in die Welt zu gehen, um dort ihre Spuren zu hinterlassen. „Mitmenschlichkeit muss an erster Stelle stehen“, ist sich Bieri sicher. Dem ausgesprochenen Dank an die Lehrkräfte und die Eltern schließt sich auch der Schulelternbeirat Hilmar Heier an: „Die Eltern haben auch ihr Ziel erreicht“, so Hilmar. Und das Ziel kann sich mit einem Notendurchschnitt von 2,15 inklusive zehn Mal die Bestnote 1,0 sehen lassen. Neben den schulischen Leistungen wird aber auch das soziale Engagement belohnt, was man aber nicht mit Geld aufwerten könne, so Björn Mentzer vom ausführenden Rotary-Club Hanau. Ausgezeichnet werden Marko Fediv für sein stetes Mitwirken (Licht, Technik, Ton) bei KRS-Veranstaltungen, weiter Ole Fennig und Benjamin Höper im Sanitätsdienst. Anerkennende Worte für besondere Leistungen in der Schülerschaft gibt es auch vom „Verein der Freunde der KRS“, der es sich unter anderem nicht nehmen lässt, dem Abi-Jahrgang unter großem Jubel 500 Euro für den Abiball zu spenden.
Für die Abiturientenschar findet Paula Stuckert die passenden Schlussworte, wenn sie davon spricht, dass man nunmehr nie mehr zurück in die Schule müsse. „Wie schnell doch die Zeit vergeht: Der 13-jährige Vollzeit-Job ist zu Ende“, freut sich Stuckert für alle Mitschülerinnen und Mitschüler im Saal des CPH. Gleichwohl gibt es auch Dankesworte für das gesamte KRS-Team, das die Abiturientinnen und Abiturienten mit Geduld und großer Empathie sicher zur allgemeinen Hochschulreife geführt habe. So stand nach der Zeugnisverleihung einem feucht-fröhlichen Abi-Ball bis tief in die Nacht nichts mehr im Wege.
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