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Seit nun schon über 10 Jahren lädt die Fachschaft Kunst einmal im Jahr Künstler*innen und Gestalter*innen aus unterschiedlichen kreativen Feldern zum Gespräch ein. Sie geben Einblicke in ihre tägliche Praxis und stellen ihre künstlerische Arbeit vor. Die persönliche Begegnung mit Werk und Person öffnet für die Oberstufenschüler*innen den Blick für zeitgenössische Kunst jenseits des Mainstreams.
In diesem Jahr ist der Künstler Ralf Peters zu Gast. Er lebt in und ist Mitbegründer der Wacker-Fabrik bei Darmstadt – ein Ort für Akteur*innen aus Theater, Tanz und Bildender Kunst.
Ralf Peters ist in erster Linie Zeichner. Mit wechselnden Konzeptionen greift er gefundene Muster, Zeichen und Linienstrukturen aus dem Alltag auf; das kann der verdrehte Handlauf eines gewundenen Treppengeländers sein, eine gekochte Spaghetti, der abgeschnittene Streifen einer Fotografie oder die Krümmung einer zufällig entstandenen Linie auf einem liegengebliebenen Papier.
Das Nebensächliche wird wichtig und zum Ausgangspunkt seiner Bilder, die entstehen, wenn eine vorgefundene Krümmung sich immer weiter fortsetzt, eine Linie sich immer weiter verlängert oder ein Fleck systematisch wuchert. Mittels Kurvenlineale, Schablonen und anderen technischen Zeichengeräten schafft er Bilder von hohem ästhetischem Wert.
Weckte der Vortrag die Sensibilität für Zeichenräume, wo Zufall sich mit strengen Regeln verbindet, konnten die SchülerInnen in der anschließenden Übung selbst mit zeichnerischen Systemen experimentieren und aus Krakel-Liniengeflechten geometrische Muster generieren oder Cluster organisch wuchern lassen. Oder, wie Ralf Peters sagen würde: Lasst die Linie sich ihren Weg bahnen!
Ein großer Dank gilt in diesem Zusammenhang dem Verein der Freunde, der diese Veranstaltung möglich gemacht hat.
Christine Biehler


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