Karl-Rehbein-Schule

Gymnasium der Stadt Hanau

Tiefsinnig und tränenrührend

Lieferten eine grandiose Leistung ab: Die jungen KRS-Musikerinnen und – Musiker des Musikleistungskurses gestalteten unter der Leitung von Frank Hagelstange (links) ein sehr tiefsinniges Konzert mit Werken jüdischer Komponisten und Texter. Foto: KRS

Beeindruckendes Konzert zum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus

Ein äußerst beeindruckendes Konzert erlebten die Besucher kürzlich in der voll besetzten Marienkirche. Unter dem Motto „Jüdischer Witz und jüdische Melancholie in der Unterhaltungsmusik der 1920er/30er Jahre“ porträtierten die Mitglieder des Musik-Leistungskurses der Karl-Rehbein-Schule (KRS) vom NS-Regime verfolgte jüdische Komponisten und Texter. Das Konzert im Umfeld des Internationalen Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus fand in Kooperation mit der Evangelischen Stadtkirchengemeinde und der Jüdischen Gemeinde statt.

In seiner Begrüßung wies Leistungskurslehrer Frank Hagelstange darauf hin, dass ein großer Teil der Unterhaltungsmusik der „Golden Twenties“ auf jüdische Künstler zurückging. Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurden „das Anzügliche und das Witzige, das Ironische und Kritische aus der Popularmusik vertrieben“, so Hagelstange. Oliver Dainow als Vertreter der Jüdischen Gemeinde und Pfarrer Dr. Werner Kahl griffen anschließend die Frage auf, inwiefern das Gedenken an die Opfer der Shoa und Witz zusammenpassen.

Dann stellten Marlene Krieg, Justin Bahr, Paula Weilmünster und Tom Andermann die jüdischen Künstler vor: Fritz Löhner-Beda, der Librettist von Franz Léhars Operette „Giuditta“ wurde in Auschwitz ermordet; Paul Abraham, um 1930 der erfolgreichste Operettenkomponist, konnte nach seiner Emigration nicht mehr an seine früheren Erfolge anknüpfen und starb vereinsamt und in geistiger Umnachtung. Friedrich Holländer, dessen Songs für Marlene Dietrich bis heute populär sind, gelang eine zweite Karriere in Hollywood. Dem Texter Robert Gilbert gelang zwar auch die Flucht, er war aber so sehr mit seiner deutschen Muttersprache verwachsen, dass er in den USA kaum mehr zum Lebensunterhalt seiner Familie beitragen konnte – ihm gelang mit den deutschen Fassungen von bekannten Musicals wie „My fair Lady“ ein später Triumpf. Als am Schluss des Konzertes sein melancholischer Schlager „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ erklang, hatten manche Zuhörer Tränen in den Augen.

Lang anhaltender Applaus war der Lohn für eine grandiose Leistung der jungen Musiker. Die Zuschauer waren besonders davon beeindruckt, wie souverän die Schülerinnen und Schüler zwischen den Vorträgen, solistischem Gesang und Instrumentalspiel wechselten und dass sie nur zu viert ein ganzes Konzertprogramm auf die Beine gestellt hatten. Am Klavier wurde das Quartett von Frank Hagelstange und Sophie Weilmünster begleitet. Als Gast war auch die Rehbein-Schülerin Marlene Pemsel an der Querflöte dabei.

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