Karl-Rehbein-Schule

Gymnasium der Stadt Hanau

SoL – Selbstorganisiertes Lernen-Profilklassen

Schule muss die Lernenden auf Arbeiten und Technologien vorbereiten, die noch gar nicht existieren, um Probleme zu lösen, von denen wir noch nicht wissen, dass es Probleme sind. Die Lernform des Selbstorganisierten Lernens, kurz SoL, bereitet hierauf vor.

 

Angesichts der anhaltenden Wissensexplosion und der sich ständig verändernden Umwelt ist es für SchülerInnen wichtig, zu lernen, den eigenen Lernprozess zu organisieren, um das eigene Lernpotential besser ausschöpfen zu können und bestens vorbereitet zu sein auf die Herausforderungen der Zukunft in Studium und Beruf. An der Karl Rehbein-Schule bieten wir im selbstorganisierten Lernen gezielt die Möglichkeit, Selbständigkeit und Eigenverantwortung Schritt für Schritt zu schulen, um die Schlüsselqualifikationen Lernbereitschaft, Engagement, Verantwortungsbewusstsein, Konzentrationsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit zu erlangen.  

Eigenverantwortung 

Ab der Jahrgangsstufe 5 führen wir SoL-Profilklassen, die verstärkt dazu angeleitet werden, eigenverantwortlich zu planen, zu kooperieren, zu kommunizieren, zu lernen. Die SchülerInnen arbeiten hier unter Beachtung ihrer individuellen Stärken und Schwächen, gestalten mit und bringen sich aktiv in die Lerngruppe ein. Sie reflektieren den eigenen Lernprozess und übernehmen zunehmend Verantwortung für diesen und somit auch für sich selbst 

In den SoL-Klassen stehen die SchülerInnen in ihrer Individualität und die Klasse als Lerngemeinschaft ganz besonders im Fokus, um die richtige Balance zu finden zwischen individuellem Lernen, sozialem Kontext und den Anforderungen der Sache.

Die Einführung in das selbstorganisierte Lernen in der 5. Klasse liegt nahe, da so direkt an den Kompetenzen der SchülerInnen angeknüpft werden kann, die diese häufig bereits in der Grundschule im Bereich des selbstorganisierten Lernens in Grundzügen erworben haben. Der Schwerpunkt selbstorganisiertes Lernen beginnt in der 5. Klasse und führt die SchülerInnen durch die gesamte Unter- und Mittelstufe. 

Organisation von SoL: 

  • Die SoL-Lehrkräfte einer Klasse geben als Team einen Teil ihrer Fachstunden in einen SoL-Stunden-Pool und erstellen fächerverbindende Aufgaben, die in den SoL-Stunden bearbeitet werden. 
  • „Normaler“ Unterricht findet nach wie vor in allen Fächern statt und wird mit den Inhalten und Zielen der SoL-Stunden verknüpft. 
  • SoL-Stunden bieten unterschiedliche Lern- und Arbeitsphasen, die Differenzierung ermöglichen, digitale Medien anbieten, verschiedene Lernkanäle nutzbar machen, Zeit zum Üben, Anwenden und Erarbeiten schaffen. 
  • Wichtiger Bestandteil sind die Reflexion und Coaching-Gespräche, in denen jeder Schüler mit seinem Ansprechpartner aus dem Lehrerteam seine Stärken und Schwächen bespricht und den weiteren Lernweg plant.

Corona verändert die Schule und das Lernen  

Zu Beginn des Homeschoolings hatten viele SchülerInnen Schwierigkeiten, ihre Arbeitsaufträge zu sortieren, sich zu motivieren und den Lernstoff und ihre Arbeitswoche sinnvoll zu strukturieren. Die SoL-Klassen taten sich in dieser neuen Lernsituation deutlich leichter, waren sie doch bereits genau darin trainiert und konnten die Lernzeit zuhause selbstorganisiert von Anfang an gut nutzen. 

Um Schüler*innen bei ihrer Selbstorganisation zu unterstützen, aber auch um den zeitlichen Umfang der Arbeitsaufträge zu überblicken, erstellen die Klassenlehrkräfte der Jahrgänge 5-9 nun eine Übersicht aller Arbeitsaufträge. Das zugrundeliegende Arbeitsblatt kommt aus der Arbeitsgruppe SoL (Selbstorganisiertes Lernen) und wird im Team eures Klassenlehrers veröffentlicht.

Übersichtsblatt – Teil 1

Übersichtsblatt – Teil 2

Selbstorganisiert in die Zukunft – Mit dem Wackelstuhl im Vogelnest – ein Blick in die Schule  

Ein ganz normaler Schulflur während der Unterrichtszeit. Normal? Am Ende des Flures stehen zwei Klassenraumtüren weit offen. Schülerinnen und Schüler laufen während der Unterrichtszeit aus den Räumen heraus, begeben sich in Kleingruppen in das sogenannte Vogelnest, die Galerie über der Mensa, die sonst nur den Oberstufenschülern vorbehalten ist, oder aber in die Mensa, ohne dort essen zu wollen, oder sie rücken sich Tische und seltsame Hocker zu Arbeitsbereichen im Flur zurecht. Die Hocker wirken „wackelig“ und ein Lehrer ist nicht zu sehen. Hier scheint nichts normal.  

Das Unterrichtsfach ist nicht erkennbar, die Schüler machen unterschiedlichste Aufgaben, einige Mathe andere Deutsch, und es gibt noch eine Gruppe, die gerade mit Atlanten versucht, Städte und Flussnamen in ein überdimensioniertes Poster einzutragen. Es scheint, jeder macht, was er will – und doch steht der Raum nicht in Flammen. SoL – steht als Slogan an den Wänden und erst bei genauerer Betrachtung gelingt es, die Lehrkräfte auszumachen: zwischen den Schülerinnen und Schülern in individuelle Gespräche vertieft, als Anlaufstation bei Rückfragen von Schülern oder als Lernwegsbegleiter treten sie hinter den Arbeitsprozess zurück. Kryptische Fragen nach „SoL-Hocker“, „Vogelnest“ und „Flur“ erstaunen den Beobachter zunächst, folgen aber einer bestimmten Ordnung, den Regeln der SoL-Stunden. 

Selbstorganisiertes Lernen (SoL) bedeutet nicht, jeder macht, was er will (und unter Umständen auch mal gar nichts), sondern es bedeutet, jeder entscheidet selbst, wann er die fest vorgegebenen Unterrichtsziele mit wem umsetzen möchte. Dazu sind im Stundenplan von allen beteiligten Lehrkräften SoLStunden geblockt, in welchen das traditionelle lehrerzentrierte Arbeiten aufgebrochen wird und die Schülerinnen und Schüler selbst Verantwortung übernehmen für ihren Lernprozess. Durch gegenseitige Hilfe der Mitschülerinnen und Mitschüler und mit Unterstützung der Lehrkräfte lernen die Schülerinnen und Schüler hierbei neben den Inhalten, die immer eng mit dem „Regelunterricht“ verknüpft sind, das eigene, aktive Organisieren und Umsetzen von kleineren und größeren Projekten, die Zeiteinteilung vor Abgabeterminen und die eigenverantwortliche Beantwortung der Fragen: Was will ich jetzt als Nächstes erreichen und erledigen? Was kann ich bereits? Was kann ich alleine schaffen? Was brauche ich, um mein Ziel zu erreichen? Wo brauche ich Hilfe? Wer kann mir helfen bzw. wo kann ich mir Hilfe holen? Habe ich mein Ziel erreicht? Ist das Ergebnis gut beziehungsweise richtig? Wo muss ich nacharbeiten oder gar von vorne anfangen? 

SoL nimmt die Schülerinnen und Schüler als Individuen wahr, versucht im Klassenverband jedem einzelnen sein Arbeitstempo zu ermöglichen und im Sinne des kooperativen Lernens das Wissen und die Hilfe von Mitschülerinnen und Mitschüler nutzbar zu machen. Die Lehrkräfte haben in diesem Konzept die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler genauer zu beobachten und Aufgaben angepasst an das jeweilige Leistungsvermögen zu stellen. Die Herausforderungen hierbei sind für die Schülerinnen und Schüler jedoch nicht gering, da über das Inhaltliche hinaus noch die Elemente der Selbstorganisation gefordert und gefördert werden.

Das sagen unsere Schüler*innen über SoL:

Elena Fuchs und Paul Weide haben – als Schülerin und Schüler der 8. Klasse – bereits „jahrelange“ Erfahrung mit SoL machen können. Hier berichten sie darüber. 

SoL Erfahrung Elena

SoL Erfahrung Paul

Das folgende Video ist das Ergebnis einer fächerübergreifenden SoL-Einheit zum Thema „Erste-Hilfe-Maßnahmen“:

 

Weitere Erfahrungen mit SoL teilen unsere Schüler*innen hier:
„SoL Schüler berichten“

 

Das SoL-Team der Karl-Rehbein-Schule:

 

Karl-Rehbein-Schule
Im Schlosshof 2
63450 Hanau

Tel: (06181)6183-600
Fax: (06181)6183-699
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